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Widerstand im Ring: Sinto-Boxer Rukelie Trollmann

Am 18.10.29 boxt der Sinto seinen ersten Profikampf. Kurz darauf ist er Deutscher Meister - für drei Tage. Er trotzt den Nazis mit Ironie. Und bezahlt mit seinem Leben.

In diesem Zeitzeichen erzählt Gianna Felicita Scholten:

Johann Rukelie Trollmann ist ein außergewöhnlicher, unkonventioneller Boxer von internationalem Rang. 1933 gewinnt er überlegen die deutsche Meisterschaft im Halbschwergewicht. Doch als Sinto darf er nicht Meister sein. Nazi-Funktionäre und Presse beenden seine Karriere. 1944 wird Trollmann im KZ Neuengamme ermordet - als offizielle Todesursache geben die Nazis aber Herzversagen an.

Rukelie Trollmann wird 36 Jahre alt. Er hat fünf Geschwister, die alle ein anderes Grauen erleben - Zwangsarbeit, Folter, Deportation, Tod. Die, die nicht interniert werden, bleiben in ihrer Heimatstadt Hannover. Ihnen wird der Zutritt zu Luftschutzbunkern verwehrt, während die Bomben fallen.

Nach 1945 werden viele Sinti und Roma nicht in ihre Wohnungen zurückgelassen, sondern auf sogenannte "Sammelplätze" neben Fabriken, Friedhöfen oder Klärwerken am Stadtrand gedrängt. Es beginnt das, was man später "zweite Verfolgung" nennt.

Erst 70 Jahre nach dem Titelgewinn und 59 Jahre nach seinem Tod wird Johann Wilhelm "Rukelie" Trollmann sein Meistertitel von 1933 offiziell zuerkannt.

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Gianna Felicita Scholten
Redaktion: Carolin Rückl, David Rother
Technik: Anne Bohnen, Sophie Weber

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