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Strafe in der DDR: Todesurteil für ein Flugblatt

Der 18-jährige Oberschüler Hermann Flade wird mit Protest-Flugblättern gegen Wahlbetrug erwischt. In der DDR ein Grund für einen Schauprozess mit Todesurteil.

In diesem Zeitzeichen erzählt Andrea Kath:

Hermann Flade druckt mit verrutschten Großbuchstaben aus seinem Setzkasten aus Kinderzeiten Flugblätter. Er klebt sie in Olbernhau im Erzgebirge an Bushaltestellen und wirft sie in Briefkästen. Auf den Blättern stehen Slogans wie "Im Oktober geschieht der unglaublichste Wahlbetrug nach sowjetischem Muster" und "Noch ist Zeit zur Besinnung". Denn die ersten Volkskammerwahlen in der DDR sind weder frei noch geheim noch demokratisch.

Das SED-Regime geht gegen jeden vor, der diese Wahlen kritisiert. Das Todesurteil gegen Flade wird auf Druck der Weltöffentlichkeit in eine 15-jährige Haftstrafe umgewandelt. Er kommt nach zehn Jahren Haft frei und zieht nach Westdeutschland. Er stirbt 1980 mit 47 Jahren – vermutlich an den Folgen seiner Haft.

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Andrea Kath
Redaktion: Frank Zirpins
Technik: Sascha Schiemann

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