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Erziehung im Sinne der NS-Ideologie: Johanna Haarer

Die Ärztin Johanna Haarer (geb. am 3.10.1900) schreibt mit "Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind" einen NS-Erziehungsratgeber, der noch jahrzehntelang nachwirken kann.

In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg:

Disziplin und emotionale Distanz: Das sind die Grundpfeiler, auf denen die Erziehungstipps von Johanna Haarer aufbauen. Zärtlichkeit und Nachgiebigkeit produziere "Haustyrannen", warnt die Autorin in ihrem Buch "Die deutsche Mutter und ihr erstes Kind". Fast 700.000 Mal wird ihr Ratgeber im so genannten Dritten Reich verkauft. Auch deshalb gilt Haarer bis heute als Inbegriff von NS-Pädagogik. Dabei sind ihre pädagogischen Leitlinien nicht neu. Schon lange vor dem Nationalsozialismus propagieren vor allem Ärzte eine autoritäre, bindungsarme Erziehung, später "schwarze Pädagogik" genannt.

Geboren wird Haarer am 3. Oktober 1900. Sie ist enorm ehrgeizig und schafft als eine der ersten Frauen in Deutschland den Aufstieg zur Lungenfachärztin. Ihre fünf Kinder erzieht Haarer ebenso streng, wie sie es anderen Müttern rät. Nach Kriegsende sind ihre Bücher in der DDR verboten. In der Bundesrepublik dagegen kommt schon bald eine Neuauflage heraus, die ungebrochen erfolgreich bleibt.

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Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autorin: Christoph Vormweg
Redaktion: Christoph Tiegel / Matti Hesse
Technik: Petra Laubach

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