podqast

Tournier: Ein "Deutschlandversteher" spaltet die Literaturwelt

AboutHistory

Michel Tournier (gest. am 18.1.2016) erlebt den Nationalsozialismus hautnah. Später wird der Schriftsteller von Millionen gelesen - und von Holocaust-Überlebenden kritisiert.

In diesem Zeitzeichen erzählt Christoph Vormweg:

Michel Tournier, 1924 in Paris geboren, erlebt die Hitler-Zeit als Junge aus der Nähe, denn seine Eltern schicken ihn in der Ferien regelmäßig nach Deutschland. Dort spürt er, wie faszinierend die Nazi-Propaganda auf junge Menschen wie ihn wirkt. Die Nationalsozialisten mit ihrem Jugendkult sind in Tourniers Augen gewiefte Kindesverführer.

In seinen Romanen verwendet Tournier Mythen und Märchen, die er mit Ironie in Geschichten unserer Zeit verwandelt. Für seinen Roman "Der Erlkönig" recherchiert er jahrelang, nimmt auch zu ehemaligen hohen Repräsentanten des zerschlagenen Nazi-Regimes Kontakt auf. Die Geschichte des französischen Kriegsgefangenen, den die Nazi-Welt fasziniert, wird 1970 mit dem wichtigsten französischen Literaturpreis ausgezeichnet, dem Prix Goncourt. Vielen Kritikern erscheint die Darstellung der Nazi-Zeit allerdings zu unrealistisch.

Das sind unsere wichtigsten Quellen und Interviewpartner:

Weiterführende Links:

Welches Thema sollen wir im Zeitzeichen recherchieren? Gibt es Kritik oder Lob?
Gerne her damit: Einfach schreiben an zeitzeichen@wdr.de
Wir freuen uns auch über Bewertungen auf der Podcast-Plattform des Vertrauens!

Diese und viele weitere Folgen vom WDR Zeitzeichen findet ihr in der ARD-Audiothek und überall da, wo es Podcasts gibt.

Die Macherinnen und Macher hinter diesem Zeitzeichen:
Autor: Christoph Vormweg
Redaktion: Carolin Rückl, Sefa Inci Suvak
Technik: Jürgen Beiner

Episode page ↗
Also about history
Every episode about History
More from WDR Zeitzeichen